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Dekubitus — das Druckgeschwür

Ein Dekubitus entsteht dort, wo Druck über längere Zeit auf eine Stelle wirkt, meist über einem Knochen. Das Gewebe bekommt kein Blut mehr und stirbt ab — oft von innen nach außen, lange bevor man außen etwas sieht.

Montag bis Freitag, 8:00 – 16:30 Uhr

Diese Seite erklärt Zusammenhänge und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Ein Dekubitus gehört immer ärztlich beurteilt.

Entstehung

Druck und Zeit — beides zusammen

Entscheidend sind zwei Größen: wie stark der Druck ist und wie lange er wirkt. Hoher Druck über kurze Zeit kann genauso schaden wie leichter Druck über viele Stunden. Dazu kommen Scherkräfte — etwa wenn jemand im Bett nach unten rutscht und die Haut gegen das Gewebe darunter verschoben wird.

Gefährdet sind vor allem Stellen, an denen wenig zwischen Knochen und Haut liegt: Steißbein, Fersen, Hüften, Schulterblätter, Ohren, bei Seitenlage die Knöchel.

Besonders tückisch: Der Schaden beginnt häufig in der Tiefe, direkt am Knochen. Was außen als kleine Rötung erscheint, kann darunter bereits deutlich größer sein.

Schaubild

Wie tief die vier Kategorien reichen

Wie tief die vier Dekubitus-Kategorien reichenEin Querschnitt durch die Haut mit vier Schichten von oben nach unten: Oberhaut, Lederhaut, Unterhautfettgewebe, Muskel und Knochen. Darin vier Schaeden von links nach rechts, jeder tiefer als der vorige. Kategorie eins: Roetung, die Haut ist noch geschlossen. Kategorie zwei: offene Stelle in den oberen Schichten. Kategorie drei: bis ins Unterhautfettgewebe. Kategorie vier: bis auf Knochen oder Sehne. Hinweis: Der Schaden beginnt oft in der Tiefe; was aussen als kleine Roetung erscheint, kann darunter deutlich groesser sein. Deshalb ist Kategorie eins das Warnsignal und keine Bagatelle.Wie tief die vier Kategorien reichenOberhautLederhautUnterhautfettgewebeMuskel und KnochenIRötung, Haut noch zuIIoffene StelleIIIbis ins FettgewebeIVbis auf KnochenDer Schaden beginnt oft in der Tiefe.Was außen als kleine Rötung erscheint, kann darunter deutlich größer sein — deshalb ist Kategorie I das Warnsignal, nicht die Bagatelle.
Der Querschnitt zeigt, wie weit der Schaden in die Tiefe geht. Wichtig ist die linke Seite: Kategorie I ist die Rötung bei noch geschlossener Haut — und damit der Zeitpunkt, an dem Handeln am meisten bringt.
Einteilung

Die vier Kategorien

Die international gebräuchliche Einteilung beschreibt, wie tief der Schaden reicht. Sie wird von Fachpersonal festgelegt, nicht nach Augenmaß von Angehörigen.

Kategorie I — Rötung ohne offene Wunde

Die Haut ist gerötet und lässt sich nicht wegdrücken: Wenn man mit dem Finger darauf drückt, wird die Stelle nicht kurz weiß. Die Haut ist noch geschlossen. Das ist das Warnsignal — und der Zeitpunkt, an dem Handeln am meisten bringt.

Kategorie II — offene Stelle in der Oberhaut

Ein flacher Hautdefekt oder eine Blase. Die Wunde reicht bis in die Lederhaut, aber nicht tiefer. Sie sieht oft harmloser aus, als sie ist.

Kategorie III — bis ins Unterhautfettgewebe

Der Defekt reicht durch alle Hautschichten. Fettgewebe kann sichtbar sein, Knochen und Sehnen sind es nicht. Häufig gibt es Taschen, die unter der Haut weiterlaufen.

Kategorie IV — bis auf Knochen oder Sehne

Der tiefste Grad: Muskel, Sehne oder Knochen liegen frei oder sind tastbar. Hier besteht immer die Gefahr, dass der Knochen mitbetroffen ist — das gehört sofort ärztlich beurteilt.

Vorbeugung

Was tatsächlich schützt

  • Druck wegnehmen — regelmäßiger Positionswechsel ist die wirksamste Maßnahme überhaupt
  • Fersen freilagern, statt sie nur weich zu betten
  • Beim Umlagern heben statt ziehen, damit keine Scherkräfte entstehen
  • Haut täglich ansehen, besonders an den gefährdeten Stellen
  • Auf Feuchtigkeit achten: dauerhaft feuchte Haut wird verletzlich
  • Ernährung und Trinkmenge im Blick behalten — Gewebe braucht Baustoffe
  • Gefährdung regelmäßig einschätzen und das Ergebnis aufschreiben

Was nicht mehr empfohlen wird: Kräftiges Massieren geröteter Stellen und Einreiben mit Franzbranntwein oder Eis. Beides galt früher als Vorbeugung und gilt heute als schädlich, weil es bereits geschädigtes Gewebe zusätzlich belastet.

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Häufige Fragen

Was uns dazu gefragt wird

Wie erkenne ich den Anfang?

An einer Rötung, die sich nicht wegdrücken lässt. Drücken Sie vorsichtig mit dem Finger darauf: Wird die Stelle kurz blass und dann wieder rot, ist die Durchblutung noch in Ordnung. Bleibt sie rot, ist es ein Warnzeichen — dann gehört die Stelle entlastet und angesehen.

Wie oft muss umgelagert werden?

Das hängt vom Zustand des Menschen, von der Matratze und von der Haut ab — es gibt keine feste Stundenzahl, die für alle gilt. Der Plan wird individuell festgelegt und angepasst, wenn die Haut etwas anderes sagt.

Reicht eine Spezialmatratze?

Nein. Eine geeignete Unterlage nimmt Druck ab, ersetzt aber weder den Positionswechsel noch das tägliche Ansehen der Haut. Sie ist ein Baustein, keine Lösung.

Bedeutet ein Dekubitus, dass schlecht gepflegt wurde?

Nicht zwangsläufig. Es gibt Situationen — etwa am Lebensende oder bei schwerer Erkrankung —, in denen ein Druckgeschwür trotz guter Pflege entsteht. Entscheidend ist, dass die Gefährdung erkannt, die Maßnahmen ergriffen und beides nachvollziehbar dokumentiert wurde.

Was bedeutet das für eine Qualitätsprüfung?

Geprüft wird, was dokumentiert ist: ob die Gefährdung eingeschätzt wurde, welche Maßnahmen daraus folgten und wie sich die Stelle entwickelt hat. Eine lückenlose Verlaufsdokumentation ist deshalb kein Papierkram, sondern der Nachweis Ihrer Arbeit.

Für Einrichtungen: Wundversorgung, die dokumentiert ist

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