Zum Inhalt springen NeuDer Verbandwechsel — der Fachbrief der MM Wunde GmbH für Fachkreise, ab Oktober jeden MonatAnsehen
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Das diabetische Fußsyndromdie Wunde, die nicht wehtut

Bei langjährigem Diabetes werden die Nerven im Fuß unempfindlich. Genau das macht es gefährlich: Eine Druckstelle wird nicht gespürt — und deshalb weiter belastet, bis daraus eine tiefe Wunde wird.

Montag bis Freitag, 8:00 – 16:30 Uhr

Diese Seite erklärt Zusammenhänge und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Eine Wunde am Fuß gehört bei Diabetes immer und zeitnah ärztlich angesehen.

Warum es entsteht

Drei Dinge kommen zusammen

Die Nerven melden nichts mehr. Ein zu enger Schuh, ein Steinchen, eine Falte im Strumpf — normalerweise merkt man das sofort. Bei geschädigten Nerven nicht. Die Belastung geht weiter, Stunde um Stunde.

Die Durchblutung ist oft schlechter. Diabetes schädigt auch die Gefäße. Gewebe, das ohnehin knapp versorgt wird, verträgt zusätzlichen Druck noch schlechter.

Die Abwehr ist geschwächt. Infektionen breiten sich schneller aus und werden später bemerkt, weil auch die Warnzeichen schwächer ausfallen.

Typisch ist deshalb eine Wunde an einer Druckstelle — unter dem Fußballen, an der Ferse, an einer Zehe — oft unter einer verhornten Stelle, die harmlos aussieht.

Vorbeugung

Was im Alltag wirklich zählt

  • Die Füße täglich ansehen — auch zwischen den Zehen, notfalls mit einem Spiegel oder mit Hilfe
  • Schuhe vor dem Anziehen mit der Hand ausfühlen, nicht nur hineinschauen
  • Keine Wärmflasche und kein heißes Fußbad — die Temperatur wird nicht zuverlässig gespürt, Verbrennungen sind häufig
  • Verhornungen und Nägel fachlich versorgen lassen, nicht selbst mit Hornhauthobel oder Schere
  • Neue Druckstellen, Blasen oder Rötungen sofort melden, nicht abwarten
  • Regelmäßige Fußuntersuchung in der behandelnden Praxis wahrnehmen
Behandlung

Entlastung ist der zentrale Punkt

Eine Wunde, die weiter belastet wird, kann nicht zugehen — egal, was für ein Verband darauf liegt. Deshalb steht bei dieser Wundart die Entlastung der betroffenen Stelle an erster Stelle. Wie das geschieht, wird ärztlich und fachlich festgelegt.

Daneben gehören die Durchblutung und eine mögliche Infektion abgeklärt. Beides kann über den weiteren Verlauf entscheiden und beides ist ärztliche Sache.

Unsere Aufgabe in diesem Gefüge ist klar begrenzt: Wir versorgen nach Verordnung, dokumentieren den Verlauf und melden Veränderungen sofort zurück — gerade hier, wo Warnzeichen leise sind.

Schaubild

Drei Dinge, die zusammenkommen

Warum eine Druckstelle am Fuss unbemerkt tief wirdDrei Ursachen, mit Plus-Zeichen verbunden. Erstens: Die Nerven melden nichts, der Druck wird nicht gespuert und geht weiter. Zweitens: Die Durchblutung ist schlechter, Gewebe mit knapper Versorgung vertraegt weniger. Drittens: Die Abwehr ist geschwaecht, eine Infektion breitet sich schneller aus. Darunter die Folgerung: Ein fehlender Schmerz ist hier kein gutes Zeichen. Deshalb die Fuesse taeglich ansehen, Schuhe vor dem Anziehen ausfuehlen und jede Veraenderung sofort melden.Warum eine Druckstelle unbemerkt tief wirdNerven melden nichtsDer Druck wird nicht gespürt — und geht weiterDurchblutung schlechterGewebe mit knapper Versorgung verträgt wenigerAbwehr geschwächtEine Infektion breitet sich schneller aus++Ein fehlender Schmerz ist hier kein gutes Zeichen.Deshalb: Füße täglich ansehen, Schuhe vor dem Anziehen ausfühlen — und jede Veränderung sofort melden.
Keine der drei Ursachen allein erklärt, warum eine kleine Druckstelle tief wird. Zusammen tun sie es — und die erste ist die gefährlichste, weil sie das Warnsignal ausschaltet.

Notfall: Eine Wunde am Fuß mit Rötung, Schwellung, Überwärmung, übel riechendem Sekret oder Fieber gilt bei Diabetes als dringend. Ebenso eine Wunde, aus der heraus sich Knochen oder Sehne tasten lassen. In solchen Fällen nicht bis zum nächsten Termin warten — sofort ärztliche Hilfe holen.

Für Pflege und Praxis

Der Verbandwechsel — unser Fachbrief

Mehr davon, einmal im Monat auf einer Seite: eine Versorgungssituation, ein Handgriff für den Alltag, eine Regel zu Verordnung oder Expertenstandard.

  • Geschrieben für Pflegeleitungen, Pflegefachkräfte, MFA und Entlassmanagement
  • Kein Werbebrief — nützlich auch ohne Zusammenarbeit
  • Kostenlos und jederzeit abbestellbar
Häufige Fragen

Was uns dazu gefragt wird

Es tut nicht weh — ist es dann harmlos?

Nein, im Gegenteil. Gerade das fehlende Schmerzempfinden ist das eigentliche Risiko, weil die Belastung weitergeht und die Wunde unbemerkt tiefer wird. Ein fehlender Schmerz ist hier kein gutes Zeichen.

Darf ich mit der Wunde auftreten?

Das entscheidet die behandelnde Praxis zusammen mit dem Fachpersonal. Als Grundsatz gilt: Eine Wunde, auf die weiter getreten wird, hat kaum eine Chance. Deshalb wird Entlastung immer mitbesprochen.

Kann ich die Hornhaut selbst abtragen?

Bitte nicht. Bei geschädigten Nerven wird zu tief gearbeitet, ohne dass man es merkt. Das ist ein häufiger Anfang einer Wunde. Fußpflege gehört bei Diabetes in fachliche Hände.

Wer kümmert sich um so eine Wunde?

Im Zusammenspiel: die behandelnde Praxis oder ein Fußbehandlungsteam für Diagnose und Therapie, eine Fachkraft für die Versorgung vor Ort. Wir übernehmen den Versorgungs- und Dokumentationsteil nach Verordnung.

Wunde am Fuß bei Diabetes?

Zuerst in die Praxis — das ist kein Fall zum Abwarten. Für die Versorgung danach sind wir da, zu Hause oder in der Einrichtung.

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