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Ulcus cruris — das offene Bein

Eine Wunde am Unterschenkel, die nicht zugeht, hat fast immer mit den Gefäßen zu tun. Ob mit den Venen oder mit den Schlagadern, entscheidet darüber, was hilft — und was schadet.

Montag bis Freitag, 8:00 – 16:30 Uhr

Diese Seite erklärt Zusammenhänge und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Ob im Einzelfall eine venöse oder arterielle Ursache vorliegt, lässt sich nur ärztlich klären — nicht am Aussehen der Wunde und nicht über eine Internetseite.

Der Kern

Die eine Unterscheidung, auf die alles ankommt

„Venös oder arteriell — das ist nicht dasselbe Problem."
Beim venösen Geschwür staut sich Blut im Bein, weil es nicht gut genug zum Herzen zurückkommt. Beim arteriellen kommt zu wenig Blut im Gewebe an, weil die Schlagadern verengt sind. Das ist gewissermaßen das Gegenteil.
„Was dem einen hilft, kann dem anderen schaden."
Kompression ist beim venösen Geschwür ein zentraler Teil der Behandlung. Bei einer arteriellen Durchblutungsstörung kann sie die ohnehin knappe Blutzufuhr weiter drosseln. Deshalb wird die Durchblutung vorher ärztlich gemessen.
„Es gibt auch Mischformen."
Viele Menschen haben beides zugleich. Dann ist die Frage nicht ob, sondern wie viel — und das ist eine ärztliche Entscheidung, keine pflegerische.
Schaubild

Venös oder arteriell — der Unterschied

Offenes Bein: venoes oder arteriellZwei Bilder nebeneinander, jeweils ein Bein im Umriss. Links venoes: Das Blut staut sich im Bein, die Wunde liegt meist zwischen Knoechel und Wade, das Bein ist geschwollen und die Wunde naesst deutlich; Kompression gehoert zur Behandlung; der Schmerz wird beim Hochlegen besser. Rechts arteriell: Es kommt zu wenig Blut an, die Wunde liegt eher an Zehen, Ferse oder Fussrand, sie ist trocken und die Haut blass und kuehl; Kompression kann schaden; der Schmerz ist im Liegen staerker. Unten der Hinweis: Welches von beiden vorliegt, entscheidet die aerztliche Messung der Durchblutung und nicht das Aussehen der Wunde. Deshalb steht diese Untersuchung vor jeder Kompression.Zwei Ursachen, zwei Bilder — und zwei verschiedene WegeVenösBlut staut sich im BeinMeist zwischen Knöchelund WadeBein geschwollen, Wundenässt deutlichKompressiongehört dazuSchmerz besser beimHochlegenArteriellZu wenig Blut kommt anEher an Zehen, Ferse,FußrandWunde trocken, Hautblass und kühlKompression kannschadenSchmerz stärker imLiegenWelches von beiden vorliegt, entscheidet die ärztliche Messung der Durchblutung.Nicht das Aussehen der Wunde. Deshalb steht diese Untersuchung vor jeder Kompression.
Links und rechts sind fast Gegensätze: einmal staut sich Blut, einmal kommt zu wenig an. Deshalb hilft dieselbe Maßnahme dem einen und schadet dem anderen. Welches vorliegt, klärt die ärztliche Messung der Durchblutung.
Unterschiede

Woran Fachleute die Formen unterscheiden

Diese Merkmale sind Anhaltspunkte, keine Diagnose. Gesichert wird das ärztlich durch eine Messung der Durchblutung.

Venöses Geschwür

Meist im Bereich zwischen Knöchel und Wade. Das Bein ist oft geschwollen, die Haut verfärbt und verhärtet, die Wunde nässt deutlich. Schmerzen bessern sich häufig beim Hochlegen.

Arterielles Geschwür

Eher an Zehen, Ferse oder Fußrand. Die Wunde ist trocken, oft mit schwarzem Belag, die Haut blass und kühl. Schmerzen sind stark und werden im Liegen oft schlimmer, beim Herabhängen besser.

Mischform

Merkmale beider Formen zugleich. Häufiger, als man denkt — besonders bei älteren Menschen. Was hier möglich ist, gibt die ärztliche Untersuchung vor.

Wichtig zu wissen

Eine trockene schwarze Stelle ist nicht immer zum Entfernen da

Abgestorbenes Gewebe wird in der Wundversorgung normalerweise entfernt, damit die Wunde wieder in Gang kommt. Es gibt aber eine klare Ausnahme: eine trockene, feste, reizlose schwarze Stelle bei einer arteriellen Durchblutungsstörung — häufig an der Ferse.

Dort wirkt diese Schicht wie ein Schutz. Sie zu entfernen, bevor die Durchblutung geklärt ist, kann die Lage verschlechtern. In einem solchen Fall gilt: trocken halten und ärztlich klären lassen.

Das ist eines der Beispiele dafür, warum bei chronischen Wunden die Ursache vor der Versorgung steht — und warum pauschale Ratschläge aus dem Internet hier gefährlich sind.

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Häufige Fragen

Was uns dazu gefragt wird

Warum bekomme ich Kompression, meine Nachbarin aber nicht?

Weil die Ursache eine andere ist. Kompression gehört zur Behandlung des venösen Geschwürs. Liegt eine arterielle Durchblutungsstörung vor, kann sie schaden. Deshalb wird vorher ärztlich gemessen, wie gut das Blut im Bein ankommt.

Kann ich Kompressionsstrümpfe einfach selbst kaufen?

Bitte nicht ohne ärztliche Abklärung. Kompression ist eine Behandlung mit Wirkung und mit Grenzen. Ob, wie stark und wie lange, gehört ärztlich entschieden.

Die Wunde riecht. Ist das gefährlich?

Geruch kann von abgestorbenem Gewebe kommen und ist dann nicht automatisch ein Notfall. Kommt Geruch aber zusammen mit zunehmendem Schmerz, Rötung, Wärme oder Fieber, kann eine Infektion dahinterstecken — das gehört zeitnah ärztlich angesehen.

Wie lange dauert so etwas?

Das lässt sich seriös nicht vorhersagen — es hängt an der Ursache, an den Gefäßen, an Begleiterkrankungen und daran, ob die Entlastung durchgehalten wird. Wer Ihnen eine Wochenzahl nennt, verspricht etwas, das niemand wissen kann.

Wer versorgt die Wunde zu Hause?

Eine Pflegefachkraft, nach ärztlicher Verordnung. Wir übernehmen die Wundversorgung im häuslichen Umfeld und arbeiten dabei mit der behandelnden Praxis und, wenn vorhanden, mit Ihrem Pflegedienst zusammen.

Sie haben eine Wunde am Bein, die nicht zugeht?

Der erste Schritt ist immer die ärztliche Abklärung. Danach kommen wir zu Ihnen nach Hause — und erklären in Ruhe, wie es weitergeht.

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